Mrauk U
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Mrauk U Reisebericht: Myanmar entdecken

Mrauk U ist das Highlight einer jeden Reise nach Myanmar und ein Geheimtipp in Asien. Abgelegen im Nord-Westen von Burma schlummert hier noch ein kleines, unentdecktes Stück Kultur. Eingebettet in grüne Hügel und zwischen kleinen Holzhütten erstrecken sich beeindruckend die gewaltigen Pagoden des ehemaligen Rhakine Königreichs aus dem 15. Jahrhundert. In meinem Mrauk U Reisebericht erzähle ich euch von meinen zwei spannenden Tagen zwischen den Tempeln und gebe euch Tipps zu den Pagoden, Hotels und Sehenswürdigkeiten in Myanmar. Eines aber vorweg: Es sind nicht die Rhakine Tempel die diesen Ort im Dschungel von Myanmar magisch machen, sondern die freundlichen Burmanen.

Mrauk U Reisebericht: Nicht zu vergleichen mit Bagan

Mrauk U ist nicht Bagan. Die Tempel und Pagoden hier im Nordwesten von Myanmar sind anders, die Landschaft ist komplett unterschiedlich ebenso die Menschen. Was mir am besten gefallen hat ist, dass die Burmanen hier direkt neben den Tempeln wohnen. Die Rhakine Pagoden sind quasi in ihr täglichen Leben integriert und ein fester Bestandteil ihres Lebens. Von außen sind die Mrauk U Pagoden weniger ansprechend, ihre wahre Schönheit zeigt sich oft erst von innen. Hier warten verzierte Wände, Wandmalereien und Millionen von Buddhas auf dich.  Sobald abends um 5 Uhr der Rauch der kleinen Garküchen zwischen den Tempeln emporsteigt, legt sich ein magischer Nebel über das Land von Myanmar.

Wer glaubt, dass es in Bagan schon wenig Touristen gibt, wird hier positiv überrascht sein. Nach Touristen musst du im alten Rhakine Königreich förmlich suchen und wenn du sie findest, dann meistens abends im Hotel oder im Restaurant beim Essen. Auch wenn die Anreise nach Mrauk U nicht die leichteste ist, ist ein Besuch der Tempel für mehrere Tage auf jeden Fall eine Reise wert. Mehr zur Anreise von Bagan nach Mrauk U erfährst du hier.

Mrauk U Reisebericht: Das passende Hotel finden

Luxushotels prägen glücklicherweise noch nicht das Bild von Mrauk U. Es gibt gute Mittelklassehotels ab 30 Dollar und viele günstige Unterkünfte für nur 5 Dollar pro Nacht.  Positive Berichte habe ich über das Mittelklasse-Hotel Nawarat gehört. Das Mrauk Oo Princess Resort habe ich mir, in der Hoffnung auf gutes Wlan, für ein paar Minuten von Innen angeschaut. Wer es gerne etwas teurer und luxuriöser mag, ist hier gut aufgehoben, obwohl es nicht die beste Lage für eine Besichtigung der Tempel bietet. Es ist außerhalb angesiedelt und abgeschottet, das tägliche Leben der Menschen in Mrauk U nimmt man von hier nicht wahr. Hier kommen eher die älteren Herrschaften mit einem gut gefülltem Bankkonto unter, die sich morgens von ihrem Tuk Tuk Fahrer für eine Besichtigung der Tempel abholen lassen. Ich selbst habe zwei Nächte im Golden Star Guesthouse und eine Nacht im Royal City Guesthouse übernachtet. Beide sind sauber und zu empfehlen. Im ersten hatte ich ein eigenes Bad, jedoch war es sehr laut, da ein Restaurant im Erdgeschoss ist. Besonders gut im Golden Star Guesthouse hat mir der kleine Balkon zur Straße hin gefallen, auf dem du abends und morgens Essen und Trinken kannst. Im zweiten Budgethotel gab es für die einfachen Zimmer (5 Dollar für ein Bett in einem winzigen Zimmer) ein Gemeinschaftsbad. Beide Hotels bieten ein leckeres Frühstück an. Das Praktische am Royal City Guesthouse ist, dass es nur 5 Gehminuten vom Fähranleger entfernt liegt. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für das Lunchpaket für die Reise nah Sittwe früh morgens um 6 Uhr.

Tipp: Reserviert im Voraus. Wir haben bei einigen Gasthäusern angefragt und wurden häufig weggeschickt, weil alle Zimmer belegt waren.

Mrauk U Reisebericht: Sightseeing und Top 10 Things to do

Von der Fläche her und der Anzahl der Tempel ist Mrauk U Bagan um einiges unterlegen, trotzdem wird es in diesem Teil von Myanmar nicht langweilig. Wir sind morgens um 9 Uhr mit dem Bus aus Magwe angereist, haben uns ein Hotel gesucht und uns Fahrräder gemietet. Die gibt es für bereits 5 Dollar am Tag an der Brücke vor dem Royal City Guesthouse zu mieten. Erwartet nicht zu viel von den Rädern, sie sind alt und klapprig, machen das Erkunden der Tempel aber noch abenteuerlicher.

Tag 1: Zur frühen Mittagszeit haben wir uns den Htukkant-Thein-Tempel auf dem großen Platz bei den Brunnen angeschaut. Es waren knapp 35 Grad und eine Herausforderung, auf den Fahrrädern zu fahren. Hut und Mütze sind ein Muss. Im Inneren des Tempels war es angenehm. Wir haben knapp eine Stunde für die Besichtigung von Innen und Außen benötigt. Im Schneckengang des Tempels gibt es sehr viele Figuren mit Trachten aus der damaligen Zeit, was Chin und ich sehr spannend fanden. Im Anschluss sind wir zum Shittaung-Tempel gelaufen und haben uns hier alles angesehen. Spannend ist die große Halle mit der Deckenmalerei und den unzähligen Buddhas. Vergiss nicht, dir den kleinen Gang an der Seite anzuschauen, der in ein weiteres Gemäuer mit Buddhas führt. Hier kannst du einmal im Kreis laufen. Eine Stunde kannst du für die Besichtigung einplanen. Im Anschluss haben wir uns gegenüber vom Tempel in ein kleines „Restaurant“ gesetzt, eine Kokosnuss getrunken und den Frauen beim Wasserholen mit bengalischen Krügen und die vorbeilaufenden Mönche beobachtet. Um den Tag ausklingen zu lassen, da wir sehr müde waren von der langen Anreise mit dem Bus, haben wir uns früh auf die Suche nach dem Discovery View Point gemacht. Nach einer Stunde Rumirren zwischen Hügeln, Pagoden und Bäumen haben wir den Aussichtpunkt Discovery View Point zum Sonnenuntergang gefunden.

Mrauk U Reisebericht Tag 1

Mrauk U Reisebericht Tag 1

Mrauk U Reisebericht Tag 1: Frauen am Brunnen

Mrauk U Reisebericht Tag 1: Frauen am Brunnen

Mrauk U Reisebericht Tag 1: Mönche

Mrauk U Reisebericht Tag 1: Mönche

Mrauk U Reisebericht Tag 1: Shitthaung Tempel

Mrauk U Reisebericht Tag 1: Shitthaung Tempel

Mrauk U Reisebericht Tag 1: Discovery View

Mrauk U Reisebericht Tag 1: Discovery View

Tag 2: Früh am Morgen, um der Hitze der Mittagsstunden zu entgehen, haben wir uns auf unsere Räder geschwunden und sind die sandigen Wege von Burma entlanggeradelt. Als erstes haben wir uns das Bandoola Kloster angeschaut, was aber keine schöne Aussicht und auch sonst wenig interessante Sachen bot. Anschließend haben wir uns im angrenzendem Dorf doch tatsächlich verfahren und sind durch die vielen kleinen Gassen geradelt. Alle Kinder in der Gegend sind hinter uns hergerannt, und so haben wir gebremst und sind abgestiegen. Wenige Sekunden später wurden wir sofort in ein Spiel integriert: Wir mussten mit einem sehr dünnen Stock einen Puck schlagen. Klingt einfach, war es aber nicht. Die Kinder hatten jede Menge zu lachen und wir auch. Selbst die Erwachsenen sind aus ihren Hütten gekommen und haben uns bei unseren verzweifelten Versuchen angefeuert. Dabei sind viele schöne Fotos entstanden und für mich war es mit einer der schönsten Momente der Burma Reise.

Mrauk U Reisebericht Tag 2: Spielen

Mrauk U Reisebericht Tag 2: Spielen

Mrauk U Reisebericht Tag 2: Kindergesichter

Mrauk U Reisebericht Tag 2: Kindergesichter

Am alten Palast vorbei ging es Richtung Kothaung-Tempel, der etwas außerhalb des Dorfes liegt. Hierhin benötigt man gut 45 Minuten mit dem Rad. Unterwegs sind wir an der 31 Pizi-Pagode, 32 Pharaouk und 33 Taung Myintmo angehalten. (Die Nummern stammen aus dem Stefan Loose Reiseführer.) Die Pizi Pagode ist ein kleiner Rundbau mit vielen geschmückten Buddhas und wirklich sehenswert. Es lohnt sich, einmal um die Pagode zu gehen und sich anschließend den großen Buddha im Inneren anzuschauen.

Pizi-Pagode in Mrauk U

Pizi-Pagode in Mrauk U

Pizi-Pagode von Innen in Mrauk U

Pizi-Pagode von Innen in Mrauk U

Endlich beim Kothaung-Tempel angekommen, haben wir uns eine Stunde Zeit für die Besichtigung genommen. Der Tempel kann von Innen und Außen erforscht werden und hat wunderschöne Buddhafiguren zu bieten. Einige Wände im Inneren sind bis unter die Decke mit kleinen Buddhagravuren verziert. Von manchen Seiten strahlt das Licht hinein und bietet tolle Gelegenheiten für Fotos. Der Rundgang außen um den Tempel ist mit unzähligen, alten Steinbuddhafiguren verziert.

Kothaung-Tempel von innen

Kothaung-Tempel von innen

Kothaung-Tempel von außen

Kothaung-Tempel von außen

Am frühen Nachmittag, getrieben vom Hunger, haben wir uns Richtung Mrauk U Stadt aufgemacht. Nach einer großen Portion  burmanichem Curry mit vielen Leckereien haben wir den örtlichen Markt erkundet. Hier gibt es alles, was du dir nur vorstellen kannst: Exotische Gewürze, merkwürdiges Gemüse, schmackhaftes Obst, komisch-riechende Paste, rothe Bethelnüsse, bunte Tabletten abgefüllt in dreckigen Flaschen und gaaaanz viel Fisch. Trockenfisch! Trockenfisch in Hülle und Fülle. Ja, es stinkt. Es stinkt sogar sehr. Bestialisch. Spannend ist es trotzdem. Wir wurden sogar zum Muschelspiel eingeladen. Wie es genau funktioniert, habe wir nicht rausgefunden, lustig war es trotzdem.

Übelriechende Fischpaste auf dem Markt

Übelriechende Fischpaste auf dem Markt

Tabletten auf dem Markt in Mrauk U

Tabletten auf dem Markt in Mrauk U

Trockenfischmarkt in Mrauk U

Trockenfischmarkt in Mrauk U

Einen weiteren atemberaubenden Sonnenuntergang haben wir von der 36 Shwedaung-Pagode genossen. Leider ist hier der Aufstieg rutschig, steil und nur mit festem Schuhwerk zu empfehlen. Oben angekommen haben wir zwei Stunden lang die untergehende Sonne und den aufsteigenden Qualm der Garküchen bewundert. Hier oben kannst du dich schön an die Pagode lehnen und setzen und hast einen Rundum-Ausblick auf die Seen und viele Pagoden in der Ferne.

Sonnenuntergang von der Shwedaung-Pagode

Sonnenuntergang von der Shwedaung-Pagode

Sonnenuntergang von der Shwedaung-Pagode II

Sonnenuntergang von der Shwedaung-Pagode II

Irgendwann ist auch die schönste Zeit zu Ende und du musst Mrauk U verlassen. Wie du eine Bootsfahrt buchst, woe du die Bootsfahrt

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