Mrauk U
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Mrauk U nach Sittwe mit dem Boot

Ich möchte euch von meiner Bootsreise von Mrauk U nach Sittwe im Januar 2015 erzählen. Was in die eine Richtung geht, ist auch in die andere Richtung, also von Sittwe nach Mrauk U, möglich.

Sittwe ist eine kleine Stadt mit einem winzigen Flughafen im Rhakine-Staat und der Ausgangspunkt für eine Bootsfahrt zu den Tempeln von Mrauk U bzw. Ausgangspunkt, um nach Yangon auszufliegen. So weit ich weiß, ist die Anreise von Mrauk U nach Sittwe mit dem Bus oder Auto nicht möglich. Zumindest war dies nicht der Fall, als ich da war.

Mrauk U nach Sittwe: Tickets kaufen

In Mrauk U kannst du Tickets am Fähranleger kaufen. Dieser befindet sich in der Nähe des Royal City Guesthouse. Achte auf ein kleines Schild auf der linken Seite vor einer runtergekommenen Holzhütte auf Stelzen. Auf dem Schild steht „Tickets Sittwe“. Hiermit ist die Fahrt auf dem „Schnellboot“ gemeint. Nur hier können Tickets gekauft werden, nicht an der Touristeninformation direkt am Ableger, die zu meiner Zeit nie geöffnet war. Ein Ticket kostet 10 Dollar, es werden auch nur Dollar angenommen. Das Boot legt um 7 Uhr morgens ab. Generell dauert die Bootsfahrt 5 Stunden. Ich hab aber auch schon von wesentlich länger gehört, je nachdem, ob das Boot unterwegs einen Motorschaden hat oder nicht. Da hilft nur Daumen drücken und beten. Essen und Trinken kann nicht auf dem Boot gekauft werden, also bring dir besser etwas mit. Laut dem Verkäufer sollst du eine Stunde vorher da sein, das ist aber maßlos übertrieben. Eine halbe Stunde oder 20 Minuten reichen völlig.

Tipp: Am besten du reservierst das Ticket einen Tag vorher, damit du sicher einen Platz auf hast.

Mrauk U nach Sittwe: Boarding und Sitzordnung

Um 6 Uhr war schon einiges los am Anleger. Auf das Boot kommst du über zwei wackelige Holzbalken. Ich bin fast verzweifelt als ich das gesehen hab: Und dann auch noch mit großem Backpack hinten, kleinem Rucksack vorne und einer riesigen Tasche mit Souvenirs in der Hand. Was hilft? Genau, den Weg blockieren und warten bis die Burmanen dir ihre Hilfe anbieten: Einer bekommt den großen Rucksack und einer den kleinen und die Tasche. Mit Ach und Krach und im Eiertempo habe ich es über die zwei Balken geschafft. Eine wahres Herkulesaufgabe für Leute mit Gleichgewichtsproblemen.

Mrauk U nach Sittwe: Boarding

Mrauk U nach Sittwe: Boarding

Das Boot hat zwei Etagen: Touristen sitzen oben, Reissäcke und Motorroller unten. Wenn du es mit deinem Backpack die winzig kleine Spindeltreppe hoch geschafft hast, erwartet dich für 10 Dollar ein Platz in einem großen Holzsessel. Immerhin besser als die kleinen Plastikstühle oder auf dem kalten Stahlboden sitzen. Jetzt beginnt der interessante Teil. Du kannst den Burmanen von der zweiten Etage perfekt beim Verladen ihrer Habseligkeiten auf das Boot zusehen: Reissäcke werden locker flockig über die zwei Wackelbretter transportiert, auch andere schwere Taschen und Pakete. Und sogar drei Rollen sind mit Mühe und Not auf dem Boot gelandet. Wieviel wohl schon dabei den Weg ins Wasser geschafft haben?!

Mrauk U nach Sittwe: Die wackeligen Balken

Mrauk U nach Sittwe: Die wackeligen Balken

Mrauk U nach Sittwe: Die Abfahrt und die Kälte

Unser Boot ist relativ pünktlich von Mrauk U nach Sittwe abgefahren. Bequem war es auch auf den Sesseln. Aber…. morgens ist es generell kalt….und mit dem Fahrtwind wurde es immer kälter ….. und kälter ….. und kälter! Ich war froh, dass ich eine leichte Daunenjacke mit Kapuze im Rucksack hatte. Zudem habe ich meine Sandalen nach kurzer Zeit gegen dicke Socken und Trekkingboots getauscht. So war es einigermaßen erträglich. Andere hatten nicht so viel Glück: Auf Pulli und in FlipFlops lässt es sich bei gefühlten 5 Grad nicht lange aushalten. Kein Wunder also, dass auf einmal alle Burmanen auf der linken Seite standen. Von dort haben uns die ersten Sonnenstrahlen erreicht.

Tipp: Warm anziehen vor der Fahrt! Auch zur späteren Stunde auf der Fahrt von Mrauk U nach Sittwe und mit Sonne wurde es nicht viel wärmer.

Sonnenaufgang vom Boot

Sonnenaufgang vom Boot

Auf dem Wasser

Auf dem Wasser

Mrauk U nach Sittwe: Die Aussicht und die Ankunft

Spektakulär würde ich die Aussicht während der Fahrt nicht nennen, nett aber auf jeden Fall. Die Landschaft ist sehr grün, unterwegs sieht man viele kleine Dörfer bestehend aus Holzhütten auf Stegen und ab und zu ein paar Boote. Wasserbüffel am Ufer gehören auch dazu. Ich war froh,dass ich ein Buch dabei hatte.

Mrauk U nach Sittwe: Wasserbüffel

Mrauk U nach Sittwe: Wasserbüffel

Das Deck

Das Deck

Mrauk U nach Sittwe: Dörfer

Mrauk U nach Sittwe: Dörfer

Mrauk U nach Sittwe: Boot

Mrauk U nach Sittwe: Boot

Nach den zwei wackeligen Holzstegen in Mrauk U konnte es in Sittwe eigentlich nur besser werden. Hatte ich zumindest gehofft. Die Realität war schlimmer: Anstatt zwei wackeligen Balken gab es jetzt nur noch einen. Und dazu das Gedrängel der Leute die von Bord wollten. Herrlich.

Meine Souvenirtasche und der wackelige Balken

Meine Souvenirtasche und der wackelige Balken

Sittwe: Weiterreise mit dem Flugzeug

Wenn ihr von Sittwe weiterreisen möchtet, bleibt euch nichts anderes übrig, als mit dem Flugzeug zu fliegen. Wir hatten leider keine Flugtickets im Voraus gebucht (es gab kein Internet in Mrauk U und niemand konnte uns Tickets verkaufen) und haben uns direkt vom Anleger in ein Reisebüro in Sittwe bringen lassen. Es gab keine Tickets mehr für den heutigen Tag und es war erst 12 Uhr Mittags. Wir wollten ungern einen Tag in Sittwe, da es hier nicht allzu viel zu tun gibt,  verlieren und haben den freundlichen Verkäufer gefragt, ob er nicht „irgendetwas“ machen kann. Zufälligerweise war er nicht nur ein normaler Verkäufer, sondern auch der Leiter des Flughafens. Was für ein Zufall, und Glück. Er hat uns angeboten, Tickets für 100 Dollar für morgen zu kaufen und falls zwei Leute nicht kommen, das wir auch heute fliegen können, als Notfallbesetzung. Wir haben also drei Stunden auf dem Flughafen gewartet in der Hoffnung, dass irgendjemand nicht kommen mag. Das Problem war nur, dass wir nicht nur einen, sondern zwei Plätze brauchten, also doppeltes Glück. Und tatsächlich, zwei Burmanen haben den Flug nicht angetreten und wir konnten nach Yangon reisen. Wir konnten unser Glück kaum fassen.

1 Kommentare

  1. Schön zu lesen, dass ich nicht der einzige bin, der mit diesen wackligen Balken Probleme hatte 😉

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