China
Schreibe einen Kommentar

Verbotene Stadt: Der Prinz auf der Henne und die Wächterlöwen

Die Verbotene Stadt in Peking ist, neben der Großen Mauer, das Wahrzeichen von China. Wieso heißt die Verbotene Stadt eigentlich verbotene Stadt? Weil bis 1911 der einfachen Bevölkerung der Zutritt verwehrt wurde. Das erklärt auch heute die Menschenmassen, vor allem Chinesen, die in die verbotene Stadt drängen. Ganz nach dem Motto, was in den vergangenen Jahrhunderten von den Ahnen verpasst wurde, muss jetzt mit Ach und Krach nachgeholt werden.

Die Verbotene Stadt

Die Verbotene Stadt

Verbotene Stadt in Peking: Der Weg zur Palastanlage

Wenn du vor einem 52 Meter langen, 6 Meter tiefen Wassergraben stehst und sich 10 Meter hohe Mauern vor dir auftürmen, dann bist du richtig. Von allen vier Seiten befinden sich Tore, der Haupteingang ist aber as Mittagstor, an dem die auch die Eintrittskarten kaufen kannst. Da es in der Anlage sehr viel zu sehen gibt, aber keine Tafeln mit Beschilderungen oder Hinweistexten, ist ein kleiner, tragbarer, grüner Walkman um den Hals eine gute Alternative zu einer Tour mit Guide. Diesen erhältst du direkt vor dem Eingangstor auf der rechten Seite.

Verbotene Stadt in Peking: Das Eingangstor

Verbotene Stadt in Peking: Das Eingangstor

Verbotene Stadt in Peking: Hin und Hergerissen

Ich finde den Besuch der Tempelanlage auf jeden Fall interessant und es war spannend, einmal da gewesen zu sein, um mitreden zu können. Aber ein zweites Mal würde ich mir die Verbotene Stadt in Peking nicht anschauen. Das mag daran liegen, dass ich mir den Komplex vollkommen anders vorgestellt habe. Mit mehr Prunk und Glanz…und auch älter vom Aussehen. Irgendwie sahen die Anlagen alle sehr neu aus. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dort seit vielen Tausend Jahren Geschichte geschrieben wurde. Und sooo viel zu sehen gab es auch nicht. Vor den Räumen, die man sich anschauen konnte, herrschte ein riesiges Gedrängel, sodass man den Anblick nicht wirklich genießen konnte. Zum Glück bin ich 1,78 Meter groß, sonst hätte ich vor lauter Chinesen und Touristen den Wald vor Bäumen nicht gesehen. Schön fand ich beispielsweise die Deckenverzierungen und die bunten Malereien in den Hallen und an den Giebeln. Auch die alten Wächterlöwen und die riesigen Wasserbehälter sind schöne Fotomotive.

Die Wächterlöwen der Verbotenen Stadt

In der Verbotenen Stadt wirst du häufig auf Abbilder von Löwen treffen. Sie haben einen tiefen Wert in der chinesischen Gesellschaft. Sie stehen für Kraft und Macht und sollen schlechte und negative Einflüsse fernhalten. Meistens findest du die Löwen paarweise als Wächter: Der rechte Löwe ist männlich und hält unter seiner rechten Pranke einen Ball. Der linke Löwe ist weiblich und hält unter seiner linken Tatze ein Löwenjunges.

Löwenstatuen

Löwenstatuen

Interessant ist die Tatsache, dass es zu Beginn der chinesischen Geschichte keine Löwen in China gab. Woher kommen also die ganzen Löwen und wie konnten sie eine derartige Symbolkraft entwickeln? Löwen und ihre Abbilder stammen aus dem indischen Buddhismus des 3. Jahrhunderts, der sich in den kommenden Jahren und Jahrhunderten immer mehr in China ausbreiten konnte. Da es keine Fotografien zu dieser Zeit gab und sich die Bildhauer kein Vorstellung der Tiere machen konnten, zeigt der chinesische Löwe eine Mischung aus Hund und Löwe. Steinlöwen waren in der damaligen Zeit aber nicht nur am Kaiserpalast sehr beliebt. Auch höherrangige Beamte und Personen wollten ihre Häuser mit den Löwenhunden schmücken. Beamten unter dem 7. Grad durften keine Löwen vor ihren Häusern aufstellen.

Die Wasserbehälter zum Feuerschutz

Feuer war und ist eine große Bedrohung für die Gebäude der Verbotenen Stadt, die überwiegend aus Holz bestehen. Zum Schutz wurden riesige Behälter für Wasser aus Bronze und Eisen hergestellt, von denen du heute noch einige Exemplare bewundern kannst. Einige Wasserbehälter haben einen Durchmesser von 1,6 Metern und wiegen mehr als 3000 Kilo. Früher einmal waren die Wasserbehälter vergoldet, aber als verfeindete Stämme in die Stadt eindrangen, haben die Soldaten das Gold von den Wasserbehältern gekratzt. Diese Spuren kannst du heute noch finden.

Alte Wasserbehälter

Alte Wasserbehälter

Die Fabelwesen auf den Dächern

An den Dachenden der Giebel befinden sich viele kleine Fabelwesen. Die Halle der Höchsten Harmonie in der Verbotenen Stadt hat insgesamt 12 Figuren an jeder Dachkante. Angeführt wird die Reihe von Prinz Min. Er ist ein menschlichen Wesen, das auf einer Henne reitet. Prinz Min war ein Feigling und Verräter. Zur Strafe, weil er sein Volk im Stich gelassen hat, wurde er von diesem an der Dachkante seines Palastes aufgehängt. Hier wird er nun auf ewig lächerlich gemacht. Das Schluss Glied ist ein Drache. Dazwischen sind Drachenkinder, Löwe, Phönix, Himmelspferd und andere Fabelwesen, die den König vertreiben. Gemeinsam üben sie eine Schutzfunktion aus, indem sie sinnbildlich das Böse vertreiben.

Fabelwesen auf den Dächern

Fabelwesen auf den Dächern

Die Fabelwesen

Die Fabelwesen

Prinz Min auf der Henne

Prinz Min auf der Henne

Die genaue Entstehungsgeschichte kannst du dir bei Wikipedia durchlesen. Hier findest du auch Informationen zum Aufbau der Anlage. Wenn ich rückblickend auf meine China-Reise blicke, erinnere ich mich lieber an den Ausflug zur chinesischen Mauer und an Shanghai.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.